ÜBER AVIA

Es war erst nur eine vage Idee. 2020, in den ersten Wochen des Lockdowns im Zuge der Covid-19-Pandemie, kam ich gerade aus dem ERASMUS-Programm zurück und hatte keinen Plan, wie es nun für mich weitergehen sollte. Stattdessen hatte ich plötzlich viel Zeit. Zeit, um mir Gedanken zu machen und Zeit, um mit Freund*innen tiefgründige Gespräche zu führen. Immer wieder kamen wir dabei auf mein Engagement und meinen Drive für Europa. Zum ersten Mal habe ich mir die Frage gestellt, woher diese Begeisterung für Europa eigentlich kommt. Meine Großmütter – eine Deutsche, die andere Französin – haben dabei definitiv eine wichtige Rolle gespielt.

Jede*r kann mit dem Wort Großmutter etwas verbinden. Zwar wird unser Weltbild in erster Linie von unseren Eltern geprägt, aber eben auch von unseren Großeltern. Ob man seine Großeltern kennt oder nicht, sich gut mit ihnen versteht oder nicht: Die Geschichte der eigenen Großeltern ist auch ein Teil der eigenen Geschichte. Großeltern nehmen per se nicht unbedingt eine Rolle in der Erziehung ein, können junge Menschen aber bei der eigenen Orientierung helfen, eine wichtige Stütze sein und Personen werden, zu denen man eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen kann. Warum soll ich mich auf meine Omas beschränken? Es gibt sicher noch viele weitere Geschichten von Großmüttern und Enkelinnen zu erzählen! Ich bin dem Rat eines Freundes gefolgt: „Du hast eine Idee, erzähle sie!“

Warum die Geschichten von Großmüttern und Enkeltöchtern gerade jetzt interessant sind? In Europa, aber auch im Rest der Welt, stehen wir vor großen Herausforderungen.  Herausforderungen, die wir so noch nie gekannt haben und die insbesondere Klimawandel und Digitalisierung betreffen. Es gibt allerdings auch Herausforderungen, die uns auf dem europäischen Kontinent bereits bekannt sind: wachsender Nationalismus, Populismus und vor allem die Angst vor „den Anderen“. Mit dem Projekt AVIA möchte ich für einen kurzen Moment innehalten. Ziel ist es, Frauen, die jahrzehntelang im Schatten der Gesellschaft gearbeitet, das soziale Umfeld geprägt und für viele gesorgt haben, mit jungen Frauen, die heute viel Verantwortung übernehmen, um die Gesellschaft voranzubringen, ins Gespräch zu bringen.

Wer steckt hinter AVIA

MAGALI HÜBERS

Hi, ich bin Magali (26), komme ursprünglich aus Straßburg, fühle mich in Berlin zu Hause und arbeite derzeit in Brüssel. Ich bin halb Deutsche – halb Französin. Wenn ich neue Menschen kennenlerne, stelle ich mich genau so vor: als Deutsch-Französin.

Ich habe Europapolitik studiert, Deutsch, Französisch und Englisch sind meine täglichen Sprachen. Tatsächlich habe ich mein Europäisch-sein eine Zeit lang als gegeben wahrgenommen. Auch durch die persönlichen Gespräche mit meinen Großmüttern habe ich gelernt, dass ein Europa, so wie ich es kennengelernt habe, keine Selbstverständlichkeit ist. Besonders fasziniert mich, dass unsere persönlichen Geschichten als Europäer:innen immer eng mit der Geschichte Europas verknüpft sind. So ist auch die Idee zu diesem Projekt entstanden. Mit AVIA, a Family Matter, möchte ich von einigen der unzähligen spannenden Geschichten von Frauen aus den unterschiedlichsten Regionen Europas berichten.

WOJTEK SOKOLOW

Hallo, mein Name ist Wojtek. Ich komme aus Gdańsk, Polen. Bevor ich für sechs Monate nach Brüssel gekommen bin, habe ich im Rathaus von Gdańsk gearbeitet. Ich liebe Grafikdesign und hatte die Gelegenheit, das Logo für AVIA zu entwerfen und meine Fähigkeiten in dem Bereich, in dem ich arbeiten möchte, zu verbessern.

Das Logo ist von südkoreanischer Kunst inspiriert. Ich habe drei Jahre in China gelebt und begeistere mich für die Kultur und die Geschichte des Landes. Insgesamt begeistern mich die Kulturen des asiatischen Raumes. In Brüssel versuche ich, mein Mandarin, das ich seit fünf Jahren lerne, weiter zu üben.

 

MARIA ANDRESEN

Hi, ich bin Maria! Derzeit reise ich in meinem Bus durch Europa, arbeite freiberuflich von unterwegs und bin sehr dankbar dafür, dass ich jeden Tag neue, schöne Ecken entdecken und Menschen kennenlernen darf. Magali und ich haben gemeinsam studiert. Als wir uns letztes Jahr spontan in Portugal trafen und sie mir von AVIA erzählte, fand ich das Projekt sofort spannend!

Beim Reisen komme ich oft mit älteren Menschen ins Gespräch. Michel (schätzungsweise um die 80 Jahre alt) erzählte mir einmal in der Bretagne, dass frische Algen schon seit ewigen Zeiten als gesunde Delikatesse gelten und er es traurig findet, dass junge Menschen sich oft erst durch den „Superfood-Marketing-Boom“ mit lokalen Pflanzen und Kräutern auseinander setzen. Paul und Elise weihten mich 2017 in Kanada in ihr Geheimnis für junge und frische Haut mit Mitte 70 ein (jeden Tag im Meer baden!), während ich als Dankeschön für ihre Weisheiten ihre Website aktualisierte. Vor einigen Jahren in Neuseeland arbeitete ich bei einem sehr religiösen Renter-Ehepaar, mit welchem ich abends viel über Glaubensrichtungen und Traditionen diskutierte und vor kurzem lernte ich in Spanien eine große Gruppe an Freunden aus Deutschland kennen, die schon vor ihrer Rentnerzeit in selbst ausgebauten Bullis, Wohnmobilen und Trucks durch Marokko düsten und unendlich viele Reisegeschichten erzählen können. Ich freue mich auf die vielen, spannenden Geschichten, die durch AVIA erzählt werden können und freue mich, Teil des Projekts zu sein!

CRISTINA PALAMARU

Hallo,
Ich bin Cristina und studiere derzeit Software Engineering. Für mich ist Programmieren mehr als nur eine logische Wissenschaft, sondern eine kreative Art, sich und seine Ideen in der digitalen Welt auszudrücken.

Ich habe mich entschieden, die Website für AVIA zu erstellen, weil ich das Gefühl habe, dass wir in der modernen Gesellschaft mehr und mehr in Eile sind und uns von unseren wahren Werten abwenden.
AVIA öffnet uns eine Tür, um uns mit der echten europäischen Familienkultur zu verbinden und die jüngste Geschichte durch die Erfahrungen unserer Großmütter zu verstehen.

AVIA ist mehr als eine Projekt, es ist eine lebendige Geschichte, gefüllt mit Emotionen und der Lebensperspektive der verschiedenen Generationen.

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