Was ist AVIA ? 

AVIA porträtiert Frauen*, die auf dem europäischen Kontinent leben und die Gesellschaft prägen. Ihre einzigartigen Wege veranschaulichen die Veränderungen unserer Lebensweise, unserer zwischenmenschlichen Beziehungen und die Kämpfe, die wir geführt haben und noch geführt werden.

AVIA sind Gespräche zwischen Großmüttern und Enkelinnen, bei denen sie (sich) ihre Realität als junge Frauen erzählen. Dies ermöglicht einen Überblick über fast 100 Jahre und gibt uns die Möglichkeit, uns vorzustellen, in welche Richtung die nächsten 100 Jahre gehen sollten, mit all den Herausforderungen, die sie mit sich bringen werden.

Die interviewten Frauen* gehören zum einen der stillen Generation an, die zwischen 1929 und 1950, zu Beginn des Geburtenbooms, geboren wurde. Auf der anderen Seite, 50 bis 70 Jahre später, gehören die Enkelinnen zu den Millennials und dem Gen Z. Die Großmütter haben die ersten Entwicklungen der Vorgänger der EU direkt miterlebt. Sie wurden unter dem sowjetischen Regime, der spanischen Diktatur oder auch in Griechenland zu erwachsenen Frauen. Es sind Frauen, die aus ihren Ländern geflohen sind, um den Konflikten und Kriegen zu entkommen, in die die europäischen Länder seit so vielen Jahren verwickelt sind. 

AVIA lädt zum Dialog zwischen den Generationen ein und schließt die Lücke zwischen diesen scheinbar so unterschiedlichen Generationen. Mit den Gesprächen möchte ich einen kurzen Moment innehalten. Ziel ist es, Frauen, die jahrzehntelang im Verborgenen gearbeitet, das soziale Umfeld geprägt und sich um viele gekümmert haben, mit jungen Frauen in Dialog zu bringen, die heute viel Verantwortung übernehmen, um die Gesellschaft voranzubringen.

Wie kam es zu dieser Idee? 

Es war erst eine vage Idee. 2020, in den ersten Wochen des Lockdowns im Zuge der Covid-19-Pandemie, kam ich gerade aus dem ERASMUS-Programm zurück und hatte keinen Plan, wie es nun für mich weitergehen sollte. Stattdessen hatte ich plötzlich viel Zeit. Zeit, um mir Gedanken zu machen und Zeit, um mit Freund*innen tiefgründige Gespräche zu führen. Immer wieder kamen wir dabei auf die Lebenswege unserer Großmütter, ihr Engagement und damit auch auf die Themen, die uns heute bewegen. Ich habe mich gefragt, inwiefern die Geschichten unseren Großmüttern uns prägen im Alltag aktiv zu werden und uns zu engagieren. AVIA entwickelte sich im Laufe von Diskussionen und Begegnungen und konnte schließlich mit der Erstellung des Logos und der Unterstützung der TUI-Stiftung konkretisiert werden.

Die Lust nach mehr Gesprächen und Geschichten haben mich zum Denken gebracht – Warum soll ich mich auf meine Omas beschränken? Es gibt sicher noch viele weitere Geschichten von Großmüttern und Enkelinnen zu erzählen!

Die Warum- Fragen 

Warum jetzt: In Europa, aber auch im Rest der Welt, stehen wir vor großen Herausforderungen.  Herausforderungen, die wir so noch nie so stark wahrgenommen haben, wie vor allem die Klimakrise. Es gibt allerdings auch Herausforderungen, die uns auf dem europäischen Kontinent bereits bekannt sind: wachsender Nationalismus, Populismus und vor allem die Angst vor „dem Anderen“.  Die Frauen sind während oder kurz nach dem Krieg geboren,  haben im Kommunismus gelebt und den Fall von mehreren Diktaturen in Europa miterlebt. Diese Generation, die zahlreichen geopolitischen Änderungen aktiv miterlebt, große gesellschaftliche Freiheitsbewegungen mitgeprägt und Entwicklungen im gesellschaftlichen Denken mitgestaltet. Meine und unsere Generation steht vor ähnlichen großen Veränderungen, die viel Resilienz und Handlung erfordern werden. 

Warum nur Frauen*:  Hören wir nicht genug Frauengeschichten heute? Braucht es eigentlich den noch feministische Ansätze ? Zu all diesen Fragen ist die Antwort: Wir haben noch nicht genug und wir brauchen es noch. Die feministischen Bewegungen teilen sich in drei Wellen auf: Welle 1, ab 1840, Welle 2, ab 1960 und Welle 3, ab 1990. Ob wir heute noch in der dritten oder schon in der vierten Welle angelangt sind, wird diskutiert. Sicher ist: Es gibt weiterhin was zu tun.  Frauen sind im gesellschaftlichen Geschehnis immer noch unterrepräsentiert. Was haben die Interviews von AVIA jetzt damit zu tun?  Durch AVIA sollen Frauen, die jahrzehntelang im Verborgenen gearbeitet, das soziale Umfeld geprägt und sich um viele und vieles gekümmert haben, mit jungen Frauen im Gespräch gebracht werden, die heute viel Verantwortung übernehmen, um die Gesellschaft voranzubringen. Dadurch soll nicht nur junge Frauen, aber auch junge Männer einen breiten Blick über das Leben von Frauen durch das 20. Jahrhundert und Anfang des 21. Jahrhundert bekommen. Gemeinsam können sie verstehen, welchen Impakt die patriarchalische Gesellschaft auf das Leben unserer Großmütter hatte. Und warum heute immer noch die Gleichberechtigung von Frauen und Minoritäten etwas ist, das wir erreichen müssen.

Warum nur zwei Generationen: Jede*r kann mit dem Wort Großmutter etwas verbinden. Ob man seine Großmutter kennt oder nicht, sich gut mit ihr versteht oder nicht. Die Geschichte der eigenen Großeltern und hier besonders Großmutter ist auch ein Teil der eigenen Geschichte. Großmütter und Großeltern nehmen per se nicht unbedingt eine Rolle in der Erziehung von Enkelkinder ein, können aber jungen Menschen bei der eigenen Orientierung helfen, eine wichtige Stütze sein und Personen werden, zu denen man eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen kann. Zwar wird unser Weltbild in erster Linie von unseren Eltern geprägt, aber eben auch von unseren Großeltern

AVIA möchte mit einer Vogelperspektive auf die letzten Jahrzehnte schauen, um eine raus gezoomte Perspektive auf die nächsten Jahrzehnte zu bekommen. Gespräche zwischen Großeltern und Enkelkinder ermöglicht eine andere Art von Gespräch, indem die Beziehungen einen gewissen Abstand hat ohne, dass die Intimität der Geschichten und Verbindung vergessen werden.  

Die Kriegs- bzw. Nachkriegsgeneration hat die ersten Entwicklungen der EU und auf dem europäischen Kontinent direkt miterlebt (bewusst oder unbewusst). Sie haben im Kommunismus gelebt und den Fall von mehreren Diktaturen in Europa miterlebt. Ohne Vorwarnung war unsere Generation von einem Tag auf das andere für Wochen zu Hause eingesperrt. Mit viel Vorwarnung versucht, die jüngere Generation heute etwas Vernunft und radikale Aktionen in unserer Konsumgesellschaft zu bringen. Aus einer Westeuropa-Perspektive hat die Generation unserer Eltern hat im vollen ökonomischen Boom gelebt, den Kapitalismus wachsen sehen und immer mehr konsumiert. Vieles verbindet uns also meiner Meinung nach mit der Generation unserer Großeltern.

Wer steckt hinter AVIA

MAGALI HÜBERS, 27

Gründerin

Hi, Ich bin Magali, komme ursprünglich aus Straßburg, fühle mich in Berlin zu Hause und arbeite derzeit in Brüssel. Ich bin halb Deutsche – halb Französin. Wenn ich neue Menschen kennenlerne, stelle ich mich genau so vor: als Deutsch-Französin. 

Seit mehr als 7 Jahren bin ich Europa-politisch aktiv: in Jugendverbände, in meiner hauptamtlichen Tätigkeit, sowie mit meinem Umfeld. Ich habe das Privileg gehabt, zwei Großmüttern zu haben, mit denen ich mich viel ausgetauscht und diskutiert habe. Hinter AVIA stecken alle meine Fragen, Interesse und Versuche darüber Sinn zu machen, wie eine Gesellschaft zusammen funktioniert.

WOJTEK SOKOLOW, 30

Designer

Hallo, mein Name ist Wojtek. Ich komme aus Gdańsk, Polen. Bevor ich für sechs Monate nach Brüssel gekommen bin, habe ich im Rathaus von Gdańsk gearbeitet. Ich liebe Grafikdesign und hatte die Gelegenheit, das Logo für AVIA zu entwerfen und meine Fähigkeiten in dem Bereich, in dem ich arbeiten möchte, zu verbessern.

Das Logo ist von südkoreanischer Kunst inspiriert. Ich habe drei Jahre in China gelebt und begeistere mich für die Kultur und die Geschichte des Landes. Insgesamt begeistern mich die Kulturen des asiatischen Raumes. In Brüssel versuche ich, mein Mandarin, das ich seit fünf Jahren lerne, weiter zu üben.

 

MARIA ANDRESEN, 28

Digitale Kommunikation

Hi, ich bin Maria! Derzeit reise ich in meinem Bus durch Europa, arbeite freiberuflich von unterwegs und bin sehr dankbar dafür, dass ich jeden Tag neue, schöne Ecken entdecken und Menschen kennenlernen darf. Magali und ich haben gemeinsam studiert. Als wir uns letztes Jahr spontan in Portugal trafen und sie mir von AVIA erzählte, fand ich das Projekt sofort spannend!

Beim Reisen komme ich oft mit älteren Menschen ins Gespräch. Michel (schätzungsweise um die 80 Jahre alt) erzählte mir einmal in der Bretagne, dass frische Algen schon seit ewigen Zeiten als gesunde Delikatesse gelten und er es traurig findet, dass junge Menschen sich oft erst durch den „Superfood-Marketing-Boom“ mit lokalen Pflanzen und Kräutern auseinander setzen. Paul und Elise weihten mich 2017 in Kanada in ihr Geheimnis für junge und frische Haut mit Mitte 70 ein (jeden Tag im Meer baden!), während ich als Dankeschön für ihre Weisheiten ihre Website aktualisierte. Vor einigen Jahren in Neuseeland arbeitete ich bei einem sehr religiösen Renter-Ehepaar, mit welchem ich abends viel über Glaubensrichtungen und Traditionen diskutierte und vor kurzem lernte ich in Spanien eine große Gruppe an Freunden aus Deutschland kennen, die schon vor ihrer Rentnerzeit in selbst ausgebauten Bullis, Wohnmobilen und Trucks durch Marokko düsten und unendlich viele Reisegeschichten erzählen können. Ich freue mich auf die vielen, spannenden Geschichten, die durch AVIA erzählt werden können und freue mich, Teil des Projekts zu sein!

CRISTINA PALAMARU, 23

Webdeveloper

Hallo,
Ich bin Cristina und studiere derzeit Software Engineering. Für mich ist Programmieren mehr als nur eine logische Wissenschaft, sondern eine kreative Art, sich und seine Ideen in der digitalen Welt auszudrücken.

Ich habe mich entschieden, die Website für AVIA zu erstellen, weil ich das Gefühl habe, dass wir in der modernen Gesellschaft mehr und mehr in Eile sind und uns von unseren wahren Werten abwenden.
AVIA öffnet uns eine Tür, um uns mit der echten europäischen Familienkultur zu verbinden und die jüngste Geschichte durch die Erfahrungen unserer Großmütter zu verstehen.

AVIA ist mehr als eine Projekt, es ist eine lebendige Geschichte, gefüllt mit Emotionen und der Lebensperspektive der verschiedenen Generationen.

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